… vom niemals Ankommen 

Gerade sitze ich im IC von Münster nach Berlin und verlasse neben der Stadt, die ich mein Zuhause nenne auch meine Beziehung. Wenn ich am Sonntag zurückkomme, dann werde ich eine Wohnung betreten, die nichts mehr darüber verrät, dass da mal 2 waren. Zumindest nicht direkt. Dann ist es wieder soweit: alles auf Anfang. Zähler auf Null und wieder beginnt dann die Suche nach dem vermeintlichen Sinn und dem Menschen, der mich aufhören lässt, immer wieder von vorn beginnen zu müssen – zu wollen?!

Es ist wie verhext mit der Liebe und mir. Wenn sie mich trifft, dann bin ich Feuer und Flamme, stürze mich auf sie und in sie hinein als ob ich es nicht besser wüsste, als wäre es das erste Mal. Keine Ängste, keine Bedingungen und kein Fünkchen Vorsicht. Nur ein Gefühl von Euphorie und Zuversicht. Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen, vielleicht aber vermuten! Manchmal glaube ich, dass es vielleicht eine große Portion Hoffnung ist, auch endlich angekommen zu sein und damit auch endlich zum Kreis der erwachsenen und gesellschaftlich angesehenen Menschen zu gehören, die zumindest auf partnerschaftlicher Ebene nicht als Großbaustelle zählen und Schritte weitergehen können, die auch meinen Ideal entsprechen, in meiner jetzigen Siuation aber undenkbar sind. Ich schreibe ’sind‘ und nicht wären, denn es handelt sich leider nicht um einen Konjunktiv, der noch alles möglich sein lässt, sondern um eine ziemlich verkruxte Tatsache, die mich an manch einem Teil meines durchaus bestehenden Lebensentwurfes zweifeln lässt. Worte, die einmal ein wichtiger Teil der Idee von Erwachsensein für mich waren, verblassen nun leider immer mehr. Man verstehe mich nicht falsch, sie verblassen nicht, weil ich etwa denke, mein Leben sei vorbei, wenn ich 30 werde/ bin (obwohl ich das auch irgendwie tue 😉 ) aber sie rücken immer weiter weg, weil ich nicht weiß, wie das denn gehen soll mit einer Person wie mir.

Ich bin diejenige, die Reißaus nimmt, die sich – erst unterbewusst und irgendwann auch ganz gezielt – fragt, ob das so richtig ist, ob es nicht vielleicht doch falsch war, so schnell für so vieles bereit zu sein – bereit zu sein, sich komplett hinzugeben in eine Beziehung, von der ich (natürlich) nicht weiß, wohin sie führen wird, Freiraum aufzugeben, für jemand anderen als nur mich selbst da sein zu müssen. Und das von einer Sozialpädagogin! Na prima. In jeder Beziehung kam dieser Wendepunkt bisher mehr oder weniger plötzlich. Immer führte er zu einem baldigen Ende. So auch dieses Mal und ich frage mich, was das ist – mit mir. Woher kommt denn das? Ich nerve mich selbst an und habe auch ein furchtbar schlechtes Gewissen den Menschen gegenüber, die ich damit zurückweise und ja irgendwie in meinen Strudel mit hineinziehe. . .

Und doch glaube ich daran, dass es zu jedem Topf auch einen verdammten Deckel geben muss. Irgendwo da draußen muss es doch einen Menschen geben, der mich zu bändigen weiß, der mich wegbringt von dieser Rastlosigkeit, mich auffängt und einfach an die Hand nimmt und einfach stark für mich ist, wenn ich es nicht kann! Vielleicht ist das ja genau der Punkt! Vielleicht brauche ich einfach (ich ekel mich ein bisschen vor nachfolgendem Ausdruck) eine starke Schulter und Lebenserfahrung eines anderen, an der ich wachsen kann. Vielleicht war ich immer der starke Part der Beziehung und eigentlich brauche ich genau das Gegenteil?! Vielleicht bin ich doch konservativer als ich dachte. Leute! Das wird noch richtig spannend. Und allein, das hier wird aufzuschreiben und zu durchdenken hat mich so angestrengt, dass ich erwäge, nun eine Runde zu schlafen. Ohne Witz 🙂

Ich wünsche euch einen tollen Tag. Hoffentlich weniger trübsinnig.

Alles liebe!

2 Kommentare zu „… vom niemals Ankommen 

  1. Hallo liebe Saskia,

    nicht verzagen! Ich habe meinen Deckel vor eineinhalb Jahren gefunden – zu dem Zeitpunkt wo ich es niemals erwartet habe. Selbstbewusst sein und sich nicht von anderen Menschen beeinflussen lassen, das ist wirklich das wichtigste! 🙂

    Dir alles Gute!

    Liebe Grüße, Julia
    http://www.lightitup-blog.de

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s